Ein Bademeister-Drill-Instructor und ein Ureinwohner – Unsere Wanderung zum Bosslerhaus

Wir müssen raus. Seit unserer Skitour zur Seiser Alm waren wir nicht mehr unterwegs. Das erste Wochenende waren wir auf der CMT und danach haben wir die Zeit im Wohnmobs verbracht. Allerdings um ihn für den Verkauf fertig zu machen. Im Großen und Ganzen sind wir damit jetzt durch und wir können ihn so langsam einstellen. Weil wir mit putzen nicht wieder von vorne anfangen wollen, steht er jetzt in der Scheune und wir weichen auf ein Hotel aus. Im Gegensatz zu den vielen richtigen Campern haben wir kein Problem damit. Und so checken wir für 3 Tage in einem Hotel in Bad Boll ein. Ein wenig Wellness und Wandern in heimischen Umgebung.

Tag 1. Das Wetter ist eher bescheiden. Dicke fette Regenwolken hängen über dem Filstal. Dazu ist der Wind wieder stürmisch unterwegs. Bestes Wetter für einen Besuch in der Therme in Beuren. Nach einem gemütlichen Frühstück machen wir uns auf den Weg. An einem Freitagmorgen sollte noch nicht so viel los sein. Wir bekommen noch den Frühtarif, plansche 4,5 Stunden bezahle 3,5. Sehr gut. Auf dem Parkplatz war nicht viel los und so schlendere ich entspannt aus der Dusche in die Schwimmhalle und… werde fast von mit Schwimmnudeln bewaffneten Menschenmassen überrannt. Es ist Wassergymnastik. Und da man im Wasser schlecht seinen Stammplatz mit einem Handtuch belegen kann, ist man gut beraten, rechtzeitig im Pool zu sein.

Wir nutzen eine Lücke in der Masse und schlüpfen durch Richtung Außenpool. Hier soll es gleich blubbern. Auch hier sind die Stammplätze gut belegt. Aber wir finden noch ein Plätzchen an den Düsen.

Gut durchgeblubbert gehen wir wieder nach drinnen. Ein junger Bademeister-Drill Instructor beaufsichtigt die Schwimmnudelgruppe bei deren Wassergymnastik. Wir suchen auch hier das Weite und gehen in die Sauna.

Hier ist es ruhiger. Gegen Nachmittag wird es voller. Aber da ist unsere Badezeit eh zu Ende. Also alles richtig gemacht. Am Abend gehen wir noch im Hotel essen. Mehr passiert nicht mehr, weil so ein Saunatag ja ganz schön müde macht.

Tag 2 in Bad Boll beginnt wieder mit einem ausgiebigen Frühstück. Und dann geht es los zu einer Wanderung. Wir starten direkt am Hotel uns sind schon nach ein paar Minuten in der Natur. Und die hat hier ganz schön gelitten nachdem vor ein paar Tagen Sturmtief Sabine hier durchgebrettert ist.

Bosslersteig

Es geht erst gemütlich dahin. Am Deutschen Haus werden wir von 3 Mädels überholt. Wir heften uns an ihre Fersen um in deren Windschatten die Bossler Steige hinaufzuklettern. Jetzt wird es heftig. In Kehren geht es mächtig nach oben und Sabine war nicht gerade hilfreich. Durch den Regen der letzten Tage ist der Boden aufgeweicht. Also geht man 1 Schritt vor und rutscht dann zwei zurück. Stehen die kahlen Bäume eigentlich für jeden Wanderer der den Aufstieg nicht geschafft hat?

Bosslersteig
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Oben angekommen machen die Mädels erst mal Vesperpause. Wir genießen die Aussicht und gehen dann weiter Richtung Bosslerhaus.

Bosslersteig

Vom Bosslerhaus hat man einen tollen Blick auf auf die drei Kaiserberge Hohenstaufen, Rechberg und Stuifen. Hier treffen wir einen Ureinwohner. Er ärgert sich über den CO2-Ausstoß der A8, die unterhalb des Bosslerhauses vorbeiführt und in der Ferne zu hören ist. Aufgrund der Verengung von drei auf zwei Spuren am Aichelberg stehen hier täglich tausende Autos im Stau und pusten ihre Abgase in die Natur. Er kommt richtig in Fahrt. Alles in breitesten Schwäbisch. Angela kapituliert und holt uns inzwischen ein Radler. Mein schwäbischer Freund entdeckt in der Ferne seinen Kumpel den Schäfer und verabschiedet sich.

Bosslerhaus

Wir trinken unser Radler und genießen den Ausblick auf die Kaiserberge. Dann geht es weiter wieder zurück nach Bad Boll. Durch eine schöne Heide-Landschaft geht es Richtung A 8 die wir überqueren müssen. Wie unser schwäbischer Kollege sagte; Hier stehen die Autos in Dreierreihen und pusten ihre Abgase in die Luft.

Bosslerhaus

Nach dem kurzen Stück über die Autobahn geht es wieder in den Wald. Der Weg wird etwas zur Kletterpartie. Einige Bäume haben Sabine nicht standgehalten und versperren nur den Weg. Wir verlassen den Wald oberhalb von Bad Boll. Die restlichen Schleierwolken verziehen sich und wir schlendern mit angenehmer Rückenwärmung zurück nach Bad Boll.  Am Abend geht es noch nach Göppingen in ein italienisches Restaurant.

Gut erholt checken wir am Sonntagmorgen nach dem Frühstück aus. Mit der Erkenntnis, dass man nicht immer weite Touren unternehmen muss, um abzuschalten.

Bosslerhaus